Der Tag der 13 Biere

Dass wir Wölfe Bier nicht nur gerne trinken sondern auch selber brauen, ist kein Geheimnis, davon haben wir bereits in der Vergangenheit berichtet (zum ersten, zum zweiten). Doch damit wir dies in Zukunft etwas professioneller angehen können, haben wir uns für das Brauseminar der Ricklinger Landbrauerei angemeldet.

Die Ricklinger Landbrauerei liegt, wie der Name es schon sagt, in Ricklingen bei Bad Segeberg. Diese kleine Brauerei besteht seit über 20 Jahren und wird als Familienbetrieb zusammen mit dem Gasthof Zur Alten Försterei betrieben.

Es befinden sich über 20 Biere im Sortiment der Brauerei, die schon vor dem Craftbeer Trend alle Biere vom ersten bis zum letzten Arbeitsschritt in Handarbeit hergestellt hat. Davon durften wir uns neben dem Theorieunterricht über das Bierbrauen auch selbst überzeugen.

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Zu Beginn dieses Tages gab es ein zünftiges Frühstück, um dann wachen Geistes in die Theorie von Gerste, Hopfen, Wasser und Hefe einzusteigen. Der Unterricht wurde vom „Senior“, dem Braumeister a.D., der Ricklinger Landbrauerei erteilt. Mit seinen über fünfzig Jahren Brauerfahrung erklärte uns dieser die unglaublich komplexen chemischen, physikalischen und biologischen Zusammenhänge des Brauens. Gespannt und mit rauchendem Kopf hörten wir zu. Unterbrochen wurde dies immer mal wieder von Sascha, dem „Junior“ Braumeister, der uns an der Praxis teilhaben ließ.

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Wir lernten allerhand über die Braukunst, besonders bildhaft beschrieben durch den Senior. Dieser erklärte uns was Zuckermoleküle mit zerbombten Häusern zu tun haben und warum Gerstenkörner ein Funkgerät brauchen. Klingt komisch, macht aber alles einen Sinn, wenn man diese Analogien versteht… . Dazwischen gab es die ein oder andere lustige Anekdote aus dem Leben des Seniors, die das ganze auflockerte.

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Da Theorie bekanntlich auch recht trocken sein kann, gab es schon bald die erste Kostprobe für alle Seminarteilnehmer. Das „Dunkel“.

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Dann wurde es Zeit für die Praxis, es ging ans Einmaischens, dabei wurde das Malz dem Wasser hinzugegeben und langsam erhitzt. Weiter ging es mit der Theorie, wobei uns Sascha mit den Daten zu Temperatur und Rast auf dem laufenden gehalten hat und wir somit trotz der räumlichen Trennung mitten im Geschehen waren.

Wir wurden anschließend Zeuge des sogenannten Läuterns. Dabei wird die Würze immer wieder durch die festen Bestandteile der Maische abgeleitet. Die festen Bestandteile, der so genannte Treber, dient dabei auf natürliche Weise als Filtermaterial, gleichzeitig wird der Zucker aus dem Malz gespült. Die Würze wird dabei fast so klar (glatt im Fachjargon) wie man es vom fertigem Bier gewohnt ist und das ganz ohne Chemie, beeindruckend. Es wurde nun mit einigen Hektolitern nachgespült. Zurück blieb der nach frischem Brot duftende Treber, der anschießend schubkarrenweise entsorgt wurde.

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Das ganze wird anschließend aufgekocht, um die Würze unter anderem zu sterilisieren. Schließlich folgt die dritte Zutat, der Hopfen. Zu betonen ist hierbei, dass dazu ganze Hopfenblüten verwendet werden und nicht die sonst üblichen Hopfenpellets. Auch diese wird gekocht, dann abgeseiht und das Jungbier in riesige Tanks im Keller der Brauerei geleitet. Dem abgekühlten Bier wird dann die Hefe zugesetzt und in den nächsten Wochen findet der Gärprozess statt, bis das Bier anschließend in die Flaschen darf.

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Die Bierkostprobe ging derweil weiter. Die Sorten „Pils“, „Märzen“, “ Maibock“, „Imkertrunk“ und das äußerst ungewöhnliche und nach Bacon schmeckende „Rauchbier“ standen auf dem Programm.

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Nach dem leckeren Mittagessen und weiterer Theorie über Wasser, Hopfen und Hefe verging der Nachmittag wie im Fluge. Schließlich wurde es Zeit, dass wir selbst Hand anlegen. Es ging ans Abfüllen. Im Keller der Brauerei befand sich die Abfüllanlage. Diese ist jedoch nicht eine riesige Abfüllstraße, wie man es sich vielleicht vorstellt, in dieser Abfüllanlage wird ebenfalls alles von Hand erledigt. Unvorstellbar, aber geübte Mitarbeiter füllen auf diese Weise bis zu 800 Flaschen in der Stunde ab. Jeder von uns durfte unter den wachsamen Augen des „Juniors“ eine Flasche „Märzen“ abfüllen. Natürlich sauten sich alle gehörig ein dabei, fast so, als wäre dies der Sinn dieser Übung… wir sind vielleicht doch einfach geübter darin Bier zu leeren. Natürlich wurde ein spontaner Wettbewerb daraus, darum welche Flasche die vollste ist, hier die Siegerin 😉

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Kaffee und Kuchen gab es natürlich ebenfalls und wie soll es auch anders sein Bier dazu 🙂

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Das Bier floss selbstverständlich weiter und die nächsten Pitscher mit den Sorten „Sommerbriese“, „Spez“, „Spezial IPL“, „Schneeflocke“, „Rickl“ und das „Mittsommer 1842“ wurden serviert. Alle Sorten im Überblick gibt es hier.

Ohne Fleiß kein Preis, die Prüfung stand an. Zur erfolgreichen Teilnahme gehörte auch eine Prüfung, in der das über den Tag gelernte abgefragt wurde. Gar nicht so einfach nach der mittlerweile zwölften Biersorte…

…aber der Meister war gnädig und jeder durfte sein Wissen unter Beweis stellen. Dabei wurde auch schon einmal das ein oder andere Auge zugedrückt. Duploas hat es sogar geschafft das Bierbrauseminar mit einer Antwort zur Weinherstellung zu bestehen. Grappa sei Dank. Spannend auch zu Beobachten, dass selbst gestandene Männer in einer solchen Prüfungssituation, wieder das Verhalten von Achtklässlern an den Tag legten, das machte selbst die erste Angelegenheit zu einer lustigen Sache.

Glücklich hielten wir unsere Zertifikate in den Händen und ließen den Abend mit der Mittlerweile 13. Sorte, dem „Stout“ und einer extra Runde „Dunkel“ ausklingen, das uns besonders gut schmeckte.

Wer nun selbst die Lust verspürt an diesem Seminar teilzunehmen, der kann sich hier anmelden. Egal ob man selbst brauen möchte oder nur interessierter Biertrinker ist, das Seminar sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene Bierkenner absolut zu empfehlen.

Die Bierproduktion der wankenden Wölfe wird also auch Zukunft weiter gehen, wir sind alle motiviert und werden davon berichten, wie es mit unserer kleinen Hobbybrauerei weiter geht.

Prost und bis bald, eure brauenden Wölfe

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